Didaktische und methodische Prinzipien einer "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung"

Um auf die komplexen und sich rasch wandelnden Herausforderungen im Spannungsfeld von Ökonomie, Ökologie und Sozialem in Zukunft adäquat reagieren zu können, reicht es nicht aus Schülern richtige Verhaltensweisen zu vermitteln, vielmehr bedürfen sie der Fähigkeit, innovativ auf neue, uns heute unbekannte Herausforderungen reagieren zu können. Dies setzt voraus, dass Schüler in hohem Masse über eine Kompetenz verfügen, die hier als Gestaltungskompetenz bezeichnet wird.

Um diese Gestaltungskompetenz zu fördern, sollten Themen aus dem unmittelbaren Lebensumfeld der Schüler aufgriffen werden. Diese sollten in handlungsorientierter und möglichst fächerübergreifender Weise bearbeitet werden. Energie sparen ist somit kein Thema des Physiklehrers oder des Haumeisters, sondern sollte im Sinne der Partizipation von möglichst vielen Kooperationspartnern getragen werden. Der Gemeinderat der Energiedaten zur Verfügung stellt, Vereine und Geschäfte die eine Solaranlage sponsern, Eltern die bei Umbauarbeiten helfen, Schüler die Energiedetektive sind oder im Internet Infoseiten zum Energiesparen zusammenstellen, Partnergemeinden im Sahel, die einen Solarbrunnen aus den eingesparten Geldern finanziert bekommen, Kunsterzieher die Windmobile bauen um nur einige Beispiele zu nennen. Schlussendlich haben die Schüler nicht nur Energie gespart, sondern von der Problembeschreibung über die Planung bis zur Durchführung ihre Kommunikationsfähigkeit, ihre Planungsfähigkeit, die Fähigkeit zur Solidarität und zum vernetzten Denken geschult und sich damit dem Bildungsziel Gestaltungskompetenz genähert.

Um dieses ehrgeizige Bildungsziel zu erreichen, sind im folgenden die didaktischen und methodischen Prinzipien zusammengestellt
(BLK-Orientierungsrahmen; de Haan, Harenberg; 1999).

Im Orientierungsrahmen für den BLK-Schulversuch umfasst der Begriff Gestaltungskompetenz folgende Kompetenzen:

Um diese Fähigkeiten zu fördern, sollten folgende didaktische Prinzipien berücksichtigt werden:

Die Lernsituationen sollten möglichst interdisziplinär organisiert sein. Als geeignete Methoden werden die Projektmethode, Zukunftswerkstätten, Planspiele, Exkursionen und Schülerfirmen angesehen. Diese Methoden bedürfen zum Teil neue Organisationsformen, zum Beispiel Projekttage oder jahrgangsübergreifende Arbeitsgruppen. Aus diesem Grunde tun sich Schulen, die ein vom gesamten Kollegium getragenes nachhaltiges Schulprofil entwickeln und eventuell sogar eine Schul-Agenda 21 aufstellen, leichter in der Umsetzung dieses neuen Bildungsziels.

Die Themen die sich anbieten überschneiden sich mit denen der klassischen Umweltbildung z. B. Energie, Streuobstwiese, Mobilität, können aber auch lauten: Fairer Handel, Globalisierung, Jugendparlament, Gesundheit.