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Orientierung, Beeinflussung und Manipulation durch Medien – Prävention in der Schule

In der Woche vom 2. bis 6. März 2020 beschäftigten sich 16 äußerst interessierte und engagierte Lehrkräfte aller Schularten im Rahmen eines Kooperationslehrgangs mit der Akademie für Politische Bildung in Tutzing in schönster Lage am Starnberger See unter anderem mit den weniger schönen Aspekten der Sozialen Medien und Messengerdienste und den Veränderungen in der dort und in der Politik genutzten Sprache.

Zum Einstieg gab es einen Vortrag von Tanja Evers von der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, in dem die Lehrkräfte einen Überblick über den Strukturwandel politischer Kommunikation durch digitale Online-Medien erhielten und diskutierten. Am darauffolgenden Tag wurde die Thematik in Richtung auf Fake News und Social Bots vertieft, wobei die Lehrkräfte Strategien und Werkzeuge zur Erkennung von Falschmeldungen und Social Bots, wie sie auch von Journalisten verwendet werden, kennenlernten und in eigenen Übungen austesten konnten. Anschließend wurden verschiedenste Möglichkeiten zur Umsetzung dieses Themas im Unterricht erörtert und ausprobiert.

Um sich nicht nur mit negativen Seiten von digitalen Online-Medien zu beschäftigen und einen Einblick in die journalistische Arbeit und die Funktionsweise einer Nachrichtenredaktion einer regionalen Zeitung zu erhalten, folgte ein Besuch bei der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Dort gab es durch die Leiterin der Günter Holland Journalistenschule Stefanie Sayle vielfältige Informationen zu Ausbildung, Beruf und Arbeitsweise eines Journalisten/einer Journalistin, u.a. wie Nachrichten verifiziert werden und gesetzlichen Grundlagen. Die Lehrkräfte erfuhren zusätzlich vieles über die Strukturen, den Aufbau und die Arbeitsweise einer regionalen Zeitung und deren digitale Produkte (einschließlich der Arbeitsweise der Digitalredaktion). Zudem wurde der Aufbau der Seite 1 im Detail erklärt und die Lehrkräfte gestalteten anschließend in Gruppen aus den aktuellen Meldungen der Nachrichtenagenturen und weiterer Quellen eigene Seiten 1. Diese wurden dann besprochen und mit dem Stand der tatsächlichen Seite 1 des Tages verglichen.
Abschließend gab es noch eine Übersicht über eine relativ große Anzahl medienpädagogischer Angebote regionaler Zeitungen.

Am darauffolgenden Tag ging es wieder mehr um digitale Medien. Prof. Niehr von der RWTH Aachen sprach über Hass im Netz ging und wie man damit umgehen kann sowie die Veränderungen der Sprache über die Zeit aus der Sicht eines Sprachwissenschaftlers. Anschließend beschäftigten sich die Lehrkräfte Extremismus im Netz, der Extremismusprävention in der Schule und prüften Vorschläge auf ihre Umsetzbarkeit in verschiedenen Jahrgangsstufen.

Den Abschluss bildete zwei äußerst interessante Präsentationen zu Arbeit von NGOs, hier von Campact und Fridays for Future, München, die ihre unterschiedliche Art der Nutzung digitaler Medien und sozialer Netzwerke und Messenger für ihre Arbeit darstellten. Dies stellte im Gegensatz zu den vorhergehenden Tagen, in denen meist die negativen Aspekte i Mittelpunkt standen, einen eher positiven Aspekt dar, da hier berichtet wurde, dass Hass und Anfeindungen in diesem Bereich eher weniger vorkommen.

Somit erhielten alle teilnehmenden Lehrkräfte innerhalb dieser Woche eine Vielzahl neuer Informationen, Einblicke und Arbeitsanregungen, die sie nun für sich selbst verarbeiten, in ihren Schulen umsetzen und multiplizieren wollen.
Lehrgänge mit ähnlichem Inhalt finden wieder Ende Oktober 2020 sowie Mitte Januar 2021 für Lehrkräfte aller Schularten statt.