Empfehlungen für den jeweiligen Kompetenzbereich

Empfehlungen für den Kompetenzbereich Hören

  • Feste Verankerung des Hörverstehens im Unterricht
  • Authentische Situationen aus der Erfahrungswelt der Schüler als Grundlage
  • Positive geräuschfreie Lernumgebung Wiederholung als Grundprinzip
  • Vorentlastung des Gehörten durch Wortschatzeinführung und –einübung
  • Unterstützung durch visuelles Material Anwendungsübungen zum Gehörten
  • Rückmeldung und Bewertung bei der Hörverstehenskontrolle
  • Adressatengerechtes Tonmaterial (Progression)
  • Differenzierung durch Grad der Störgeräusche, Länge, Sprecherzahl, Deutlichkeit der Artikulation, Sprechtempo, Dialekte
  • Globalverstehen
  • Progression der Hörverstehensübungen (Markieren /Unterstreichen, Zuordnen, mit Ziffern versehen /Sortieren, Multiple-Choice, Richtig – Falsch – Nicht im Text, Lücken füllen)
  • Lehrersprache als Vorbild: langsames gut artikuliertes Sprechen

Empfehlungen für den Kompetenzbereich Sprechen

  • Hoher Sprechanteil der Schüler als Grundprinzip
  • Authentische Gesprächsanlässe
  • Möglichst viele Rollenspiele und Dialoge
  • Lehrer als Sprachvorbild
  • Visualisierungshilfen
  • Grammatikhilfen
  • Scaffolding auch beim freien Sprechen
  • Ausspracheschulung (soweit von der Artikulation möglich)
  • Intonationsmuster
  • Bewusste Körpersprache
  • Mitteilungswunsch der Schüler
  • Floskeln und Zungenbrecher zur Aussprache- und Intonationsschulung
  • Methoden des 2-Minuten-Sprechens und des Note-Takings
  • Filmsynchronisationsmethode oder Dialoge mit offenem Ausgang ab der Niveaustufe B1
  • Fehlerverbesserung abhängig von der Schwere der Kommunikationshemmung
  • Aktives Zuhören und Rekodierung der Schüleräußerungen

Empfehlungen für den Kompetenzbereich Lesen

  • Angemessenheit des Sprachniveaus
  • Authentische Texte sobald wie möglich
  • Vorentlastung der Textinhalte durch Visualisierungen (Realien, Bilder, Plakate, Mind-Maps, Strukturogramme)
  • Verschiedene Aufgabeformen zum Textverständnis
  • Individuelles Lesen (individuelle Verstehensinseln, eigenes Lesetempo, eigener Zugang zum Text)
  • Interaktives Lesen
  • Lesestrategie: Skimming (Überfliegen zum Globalverstehen)
  • Lesestrategie: Scanning (geziele Informationssuche)
  • Beachtung der Phonetik beim Vorlesen
  • Intonationsmuster beim Vorlesen
  • Einrichtung der Klassenbibliothek mit Texten auf verschiedenen Niveaustufen
  • Texteinführung auditiv, audio-visuell (Film) oder auditiv-imitativ (Lehrer, LdL)
  • Rezeptionsästhetischer Ansatz: jeder Leser bringt eigene Erfahrungswelt durch top-down processing (Vorausdeutungen auf Basis des Vorwissens) und bottom-up processing (stufen-weise Dekodierung auf der Laut-, Wort-, Satz- und Textebene) ein.
  • Methoden vor, während und nach dem Lesen

Empfehlungen für den Kompetenzbereich Schreiben

  • Didaktische Reduktion bei den Anforderungen (Verständlichkeit der Botschaft vor der Korrektheit)
  • Wortschatzhilfen
  • Formulierungshilfen
  • Strukturelemente bei Schreibformen
  • Visualisierungen
  • Mustertexte
  • Motivierendes Feedback zu jedem Schreibprodukt
  • Zeitverzögerte gemeinsame Korrektur und Überarbeitung der Schreibprodukte
  • Grundprinzipien der Rechtschreibung
  • Grundprinzipien der Zeichensetzung
  • Echotexte (Leerstellen müssen sinnvoll ergänzt werden)
  • Paralleltexte (zu kurzen Texten mit einfachen Textstrukturen)
  • Lückentexte
  • Schnipseltexte (Haupt- und Nebensätze zusammenfügen)
  • Kettentexte (das Ende eines Satzes wird zum Anfang eines neuen Satzes)
  • Skeletttexte
  • Vorgaben der benötigten Wörter, Wortfelder, Schlüsselbegriffe

Weitere Empfehlungen für

  • Wenige Wörter pro Lerneinheit (8-12 Wörter)
  • 5 Schritte der Wortschtzeinführung: Darbietung im Kontext, Isoliertes Vorsprechen, Nach-sprechen, Erklärungen und Einbetten in weitere Kontexte
  • Wortschatzerklärungen durch Visualisierungen durch Realien und Bilder, danach Beispiele, Paraphrasen, Synonyme, Antonyme
  • Herkunft und Verwandtschaft zu anderen Sprachen (Internationalismen)
  • Einbindung in grammatikalische Strukturen (Kontextualisierung)
  • Arbeit mit Wortfeldern
  • Arbeit mit Wortfamilien
  • Anwendung der neuen Wörter in Alltagssituationen
  • Vermittlung der Lernstrategien (Führung der Wortlisten, Hefteinträge, Karteikästen, Lautsprechen, Assoziationen)
  • Wortspiele als Übung (Tabu, Memory, Akrostichon, ABC-Methode)
  • Nutzung des Wörterbuchs bei Textarbeit
  • Mehrkanalige Verankerung
  • regelmäßige, planvolle, vorentlastende und verbindliche Wortschatzarbeit
  • individuelle Strukturen im Langzeitgedächtnis nach verschiedenen Ordnungsprinzipien (alphabetisch, nach Reimen, Betonungen, Paradigmen (Synonyme, Antonyme, Ableitungen, Skalen), Syntagmen und Konnotationen)
  • Grammatikvermittlung nicht als Selbstzweck, sondern immer aus der lebensnahen Lernsituation
  • Didaktische Reduktion beim Beibehalten der sachlichen Richtigkeit
  • Kleinschrittige Progression
  • Lehrer als Vorbild
  • Visualisierung
  • Strukturierung, Arbeit mit Farben/Symbolen
  • Grammatikspiele
  • Vergleich der grammatikalischen Strukturen mit anderen Sprachen
  • Wiederholung
  • Induktive Grammatikvermittlung
  • Übungsauswahl nicht einseitig
  • kommunikative Sprechaktorientierung
  • Lernstrategien: Wiederholungsstrategien, Elaborationsstrategien wie Mnemotechniken (assoziative Bilder, Rhythmus und Reim) und Organisationsstrategien (Tabellen, hierarchische Strukturen, Diagramme, Markieren)

Weiterführende Informationen

Website: DaZ - Spracherwerb und Integration