Sicheres Lernen und Kommunizieren im Distanzunterricht

Derzeit hat sich in den sozialen Netzwerken ein neuer Trend entwickelt, der sich u.a. "Onlineunterrichtstuermen" nennt. Dabei werden die Links zu Videokonferenzen oder Besprechungen für Unterricht öffentlich bekannt gegeben und fremde Personen aufgefordert, in den Unterricht zu kommen und zu sabotieren.

Sie finden hier aktuelle Hinweise und Tipps, wie Sie sich bei Störungen von videobasierten Unterrichtsstunden verhalten können.

Zusätzlich produzieren wir im Moment Erklärvideos für die gängigen Videokonferenzsysteme. Diese zeigen, wie Sie in verschiedenen Videokonferenzsystemen Fremde am Betreten Ihrer Unterrichtsstunde hindern können.

Diese Erklärvideos stehen Ihnen ab der nächsten Woche an dieser Stelle zur Verfügung.

Tipps: So können Sie sich verhalten

  • Videokonferenzen, die mit einer persönlichen Benutzeranmeldung, das heißt mit einem Zugang über Benutzername und Passwort stattfinden, sind davon kaum betroffen, weil dann ein und der selbe Benutzer mehrfach in der Konferenz auftaucht und es deutlich wird, wer das ist oder wessen Benutzerdaten weitergegeben wurden und ggf geändert werden müssen. 
  • Viele Videokonferenzen finden derzeit aber auch mit einem niederschwelligen Zugang statt, welcher oft nur aus einem Link und einem allgemeinen Passwort besteht. Diese Videokonferenzen sind anfälliger.

Einschränkung des Teilnehmerkreises

  • Es sollte auf jeden Fall ein Passwort oder ein Zugangsschlüssel für die Konferenz verwendet werden. Das Passwort kann auch erst 10 Minuten vorher über ein anderes Kollaborationswerkzeug, wie zum Beispiel mebis oder Teams bekannt geben.
  • Über die Einstellungen des Konferenzraums können ungebetene Teilnehmer ausgeschlossen oder eingeschränkt werden. Zum Beispiel kann häufig ein Wartebereich eingestellt werden oder der Raumzugang geschlossen werden, wenn die gewünschten Teilnehmer anwesend sind. Hierzu wird es Anfang der Woche an dieser Stelle Tutorials zu den Einstellungen der gängigsten Videokonferenzsysteme geben.
  • Bei einem Verdacht, kann der Link kurzfristig geändert werden, falls den Schülern dies über ein weiteres Kommunikationswerkzeug noch mitgeteilt werden kann.

Rechteeinstellungen während der Konferenz

  • Es ist in vielen Videokonferenzsystemen möglich, den Ton stumm zu schalten, so dass der Unterricht nicht durch laute Geräusche gestört werden kann. Die Lehrkraft muss dann den teilnehmenden Schüler*innen das Wort einzeln erteilen.
  • Auch die Freigabe des Bildschirms oder der Webcam kann auf diese Weise eingeschränkt werden, so dass keine unangemessenen Inhalte auf den Bildschirmen auftauchen können.

Organisatorische Maßnahmen

  • Die Teilnehmerliste soll permanent geöffnet sein und beobachtet werden.
  • Es kann organisatorisch festgelegt werden, wie der Unterricht weitergeht, falls er durch eine derartige Störung sabotiert wurde. Dies kann zum Beispiel das Einfinden oder das Bereitstellen der Aufgaben in einem mebis-Kurs sein.
  • Die Schülern müssen über die Tragweite dieses Handelns aufgeklärt werden. Zum einen kann an die Vernunft appelliert werden, zum anderen muss aber auch deutlich werden, welche strafrechtlichen und schulrechtlichen Konsequenzen dies haben kann.
  • Eltern können informiert werden und in die pädagogischen Vermeidungsmaßnahmen mit einbezogen werden.
  • Bei strafrechtlich relevanten Vergehen sollen die Beweise zum Beispiel mit einem Screenshot, dem Download der Teilnehmerliste und/oder dem Notieren von Zeitpunkt und Link gesichert werden.
  • Halten sich fremde Personen in der Videokonferenz auf muss diese umgehend beendet, nicht nur verlassen werden und der Unterricht in der vorher vereinbarten Art und Weise fortgesetzt werden.
     
  • Im Fall des Störens des Onlineunterrichts soll die Schulleitung umgehend informiert werden, die dies der Schulaufsichtsbehörde weiterleitet.
  • Bei Kenntnis der Aufrufseite zum Stören des Onlineunterrichts sollen die Beweise ebenfalls gesichert werden, zum Beispiel mit einem Screenshot, und die Seite an das entsprechende soziale Netzwerk gemeldet werden. Diese wird dann gesperrt. Die Internetplattformen stellen dafür einen Link zur Verfügung. 
  • Ggf. müssen schulrechtliche bzw. strafrechtliche Maßnahmen ergriffen werden.