Hinweise zur Rahmenbekanntmachung „Digitales Lehren und Lernen“
Bund-Länder-Initiative · DigitalPakt 2.0

Hinweise für Universitäten zur Rahmenbekanntmachung der Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“

Wichtige Fristen
Hausinterne Entscheidung der ALP
29.06.2026
Entscheidung über eine mögliche Beteiligung der ALP — Abstracts bitte rechtzeitig vorher einreichen.
Projektskizze beim DLR
20.07.2026
Einreichfrist einer Projektskizze für die Förderaufrufe zu Modul A und B.

Rahmenbekanntmachung und Fördermodule

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) fördert im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ wissenschaftliche Forschungsprojekte in sechs thematischen Modulen. Die Initiative ist Teil des DigitalPakts 2.0 und zielt auf eine bundesweite, evidenzbasierte Qualitätsentwicklung der digitalen und digitalisierungsbezogenen Lehrkräftebildung ab.

Rahmenbekanntmachung · Punkt 4 · Besondere Zuwendungsvoraussetzungen
In der zugehörigen Rahmenbekanntmachung heißt es unter Punkt 4 (Besondere Zuwendungsvoraussetzungen):
„Förderinteressierte sollten auf dem Gebiet der Lehrkräftebildung ausgewiesen sein. Darüber hinaus wird die ko-konstruktive Zusammenarbeit mit Akteuren aus zweiter und/oder dritter Phase der Lehrkräftebildung durch entsprechenden Austausch bereits in der Skizzenphase erwartet.“

Detaillierte Informationen zur Förderrichtlinie finden Sie unter: bmbfsfj.bund.de – Förderrichtlinien Digitales Lernen.

Aktuell sind u. a. die Förderaufrufe für folgende Module veröffentlicht:

Modul A
Kompetenzcluster lernen:digital
Fachdidaktische Themen der digitalen bzw. digital gestützten Unterrichtsgestaltung.
Modul B
Kompetenzcluster daten- und KI-gestütztes Lehren
Einsatz und Potenziale daten- und KI-gestützter Methoden im Unterricht.

Rahmenbedingungen für potenzielle Kooperationen

Falls seitens der Universitäten eine Kooperation mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) angestrebt wird, sollten bereits bei der Planung von Projektvorhaben insbesondere folgende Rahmenbedingungen berücksichtigt werden; ein Anspruch auf Kooperation mit der ALP ist dabei allerdings nicht verbunden:

Formale Anforderungen
1

Die Projekte sollten flächenwirksam multiplizierbar sein und im Rahmen der Lehrerfortbildung einen breiten Adressatenkreis erschließen.

2

Generell sollten neu zu entwickelnde Fortbildungsangebote über bestehende Strukturen der bayerischen Lehrerfortbildung angeboten werden können.

3

Die ALP nutzt für ihre asynchronen Online-Fortbildungsformate eine eigene zentrale Lernplattform. Neue Fortbildungsangebote müssen technisch so konzipiert sein, dass sie dort angeboten werden können.

4

Es sollten Werkzeuge genutzt werden, die von staatlicher Seite bereitgestellt werden bzw. mit diesen kompatibel sind, insbesondere im Rahmen der BayernCloud Schule.

5

Die Vorhaben müssen produktneutral sein.

6

Sie sollen auf bestehenden Grundlagen-Dokumenten und Konzepten in Bayern basieren, z. B. Bayerisches Qualitätstableau bzw. K+5-Modell für guten Unterricht in der digitalen Welt.

Sonstige (schul)rechtliche Rahmenbedingungen in Bayern, z. B. das Erfordernis einer schulaufsichtlichen Genehmigung für Erhebungen und Studien an Schulen gemäß § 24 Bayerische Schulordnung, sind zu beachten, ebenso die Passung zu Struktur und Zielsetzungen des bayerischen Bildungswesens.

Fachliche Schwerpunkte

Das Schwerpunktprogramm für die Lehrerfortbildung 2025 und 2026 bildet einen Orientierungsrahmen für die bayerische Lehrerfortbildung und beschreibt schulart- und fächerübergreifend pädagogische bzw. fachliche Themen und Handlungsfelder, zu denen aktuell bevorzugt Fortbildungen angeboten werden. Es kann hier (StMUK-Schwerpunktprogramm 2025–2026, PDF) eingesehen werden.

Aus den in den Förderaufrufen zu den Modulen A und B genannten Fragestellungen erscheinen für die ALP insb. folgende Themen von Interesse (die Aufzählung ist nicht abschließend):

Modul AKompetenzcluster lernen:digitalFachdidaktische Themen der digital gestützten Unterrichtsgestaltung8 Fragestellungen
Fragestellungen, die für die ALP von Interesse sind:
  • Welche Kompetenzen benötigen Lehrkräfte für einen fachlich und fachdidaktisch fundierten sowie reflektierten Unterricht und wie können diese systematisch und wirksam in allen Phasen der Lehrkräftebildung aufgebaut werden?
  • Wie lassen sich die fachbezogenen Daten- und Diagnosekompetenzen von Lehrkräften steigern?
  • Welche Rolle spielen hybride Lernsettings (z. B. Blended Learning) für die Professionalisierung von Lehrkräften?
  • Wie kann die Digitalisierungsdimension praxisbezogen in die Qualifizierung von Fortbildnerinnen und Fortbildnern Eingang finden, auch im Sinne einer grundsätzlichen Anreicherung von Fortbildungsveranstaltungen um eine praxisbezogene Digitalisierungsdimension?
  • Wie können Lernmanagementsysteme, Large Language Models, Adaptive Lernsysteme, Learning Analytics, Intelligente Tutorielle Systeme, Educational Chatbots, assistive und generierende Systeme und/oder hybride Lernsettings lernwirksam und nachhaltig eingesetzt werden?
  • Wie können datenbasierte Rückmeldesysteme in der Lehrkräftebildung eingesetzt werden, um individuelles fachdidaktisches Lernen besser zu begleiten?
  • Welche Rolle spielen kollaborative digitale Plattformen für den Fachunterricht und wie können sie gezielt eingesetzt werden, um kooperatives Lernen zu fördern?
  • Inwiefern kann Gamification das fachliche Lernen fördern und welche Kompetenzen benötigen Lehrkräfte diesbezüglich?
Modul BKompetenzcluster daten- und KI-gestütztes LehrenEinsatz und Potenziale daten- und KI-gestützter Methoden im Unterricht9 Fragestellungen
Fragestellungen, die für die ALP von Interesse sind:
  • Welche fachübergreifenden KI-Kompetenzen im Sinne einer AI-Literacy benötigen Lehrkräfte, um Künstliche Intelligenz souverän und effektiv und pädagogisch sinnvoll und zielführend zu nutzen sowie Schülerinnen und Schüler in KI-gestützten Lernprozessen zu unterstützen?
  • Wie können Kompetenzstände analysiert und Kompetenzentwicklungsbedarfe sowohl von Schülerinnen und Schülern als auch Lehrkräften unter Berücksichtigung der geltenden Referenzrahmen, Kompetenzmodelle, KMK- und EU-Empfehlungen etc. abgeleitet und priorisiert werden?
  • Wie können und sollten sich Prüfungspraxen durch KI und digitale Anwendungen ändern?
  • Wie kann sichergestellt werden, dass der Einsatz von KI den Kompetenzerhalt und die Weiterentwicklung von Lehrkräften unterstützt?
  • Welche Teile von Unterrichtsvorbereitung und -nachbereitung können KI-gestützt qualitativ angemessen übernommen werden?
  • Welche Möglichkeiten und Grenzen hat der Einsatz von KI bei der Entlastung und Weiterentwicklung von Lehrkräften?
  • Wie lassen sich Daten- und Diagnosekompetenzen bei (angehenden) Lehrkräften effektiv fördern?
  • Wie lässt sich eine Kultur der Digitalität, die die Nutzung von KI und datenbasierter Entscheidungsfindung an Schulen und im Schulsystem stärkt, in angemessener Weise fördern?
  • Wie können zukünftige Lehrkräfte auf die sich wandelnde Prüfungs- und Bewertungslandschaft vorbereitet werden, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von digitalen Tools, ethischen, datenschutzrechtlichen und pädagogischen Fragstellungen und die Bewertung von Leistungen?

Anfragen an die ALP

Interessierte Universitäten bzw. Lehrstühle werden gebeten, ein knappes Abstract des geplanten Vorhabens (max. 1–2 Seiten) an die ALP zu übermitteln. Das Abstract sollte insbesondere folgende Informationen enthalten:

Inhalte des Abstracts
  • Kurze Beschreibung des geplanten Projekts
  • Vorstellung zur geplanten Zusammenarbeit mit der ALP
  • Ansprechpartner/in an der Universität einschließlich Kontaktdaten

Wir vermitteln Sie gerne hausintern an die jeweils fachlich zuständigen Ansprechpartner, mit denen Sie ggf. in den weiteren fachlichen Dialog zu Ihrem Vorhaben eintreten können. Für die beiden aktuell veröffentlichten Förderaufrufe zu Modul A und B (mit der Einreichfrist einer Projektskizze beim DLR bis 20.07.2026) planen wir eine hausinterne Entscheidung über eine mögliche Beteiligung der ALP an den an uns herangetragenen Projekten bis 29.06.2026.

Abstract einreichen

Reichen Sie Ihr Abstract rechtzeitig vor dem 29.06.2026 ein, damit wir eine mögliche Beteiligung an Ihrem Vorhaben prüfen können.

Kontakt

Für Rückfragen und zur Einreichung von Abstracts wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartner:

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB)

Das ISB ist eine weitere zentrale Bildungseinrichtung in Bayern, die sich primär der Entwicklung und Pflege des LehrplanPLUS sowie der Erstellung von Unterrichtsmaterialien und Handreichungen widmet, um Schulen bei ihren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen. Darüber hinaus befasst sich das ISB mit Fragen der Schulentwicklung und Schulqualität, fördert die digitale Transformation von Schulen und bearbeitet schulartübergreifende Themen sowie spezifische Herausforderungen einzelner Schularten. Durch seine Forschungsarbeit, Themenportale und Publikationen macht das ISB seine Erkenntnisse für Schulen und Lehrkräfte zugänglich und trägt damit zur evidenzgestützten Weiterentwicklung des bayerischen Schulsystems bei.

Das ISB stellt ebenfalls eine Informationsseite zur Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ bereit: