Hinweise zur Rahmenbekanntmachung „Digitales Lehren und Lernen“
Bund-Länder-Initiative · DigitalPakt 2.0

Hinweise für Universitäten zur Rahmenbekanntmachung der Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“

Rahmenbekanntmachung und Fördermodule

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) fördert im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ wissenschaftliche Forschungsprojekte in sechs thematischen Modulen. Die Initiative ist Teil des DigitalPakts 2.0 und zielt auf eine bundesweite, evidenzbasierte Qualitätsentwicklung der digitalen und digitalisierungsbezogenen Lehrkräftebildung ab.

Rahmenbekanntmachung · Punkt 4 · Besondere Zuwendungsvoraussetzungen
In der zugehörigen Rahmenbekanntmachung heißt es unter Punkt 4 (Besondere Zuwendungsvoraussetzungen):
„Förderinteressierte sollten auf dem Gebiet der Lehrkräftebildung ausgewiesen sein. Darüber hinaus wird die ko-konstruktive Zusammenarbeit mit Akteuren aus zweiter und/oder dritter Phase der Lehrkräftebildung durch entsprechenden Austausch bereits in der Skizzenphase erwartet.“

Detaillierte Informationen zur Förderrichtlinie finden Sie unter: bmbfsfj.bund.de – Förderrichtlinien Digitales Lernen.

Aktuell sind u. a. die Förderaufrufe für folgende Module veröffentlicht:

Modul C

Kompetenzcluster Digitale Souveränität

Förderung der Kompetenzen von Lehrkräften und Schulleitungen, die fächerübergreifend auf eine Stärkung digitaler Souveränität zielen

Modul D

Kompetenzcluster Digital Leadership

Pädagogische Führung und Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht im Kontext der digitalen Transformation sowie dafür notwendige Kompetenzen von Schulleitungen bzw. Schulleitungsteams

Modul E

Kompetenzcluster Berufliche Bildung

Kompetenzsteigerung im beruflichen Lehramt und innovative digitale Lehr- und Lernformen

Rahmenbedingungen für potenzielle Kooperationen

Falls seitens der Universitäten eine Kooperation mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) angestrebt wird, sollten bereits bei der Planung von Projektvorhaben insbesondere folgende Rahmenbedingungen berücksichtigt werden; ein Anspruch auf Kooperation mit der ALP ist dabei allerdings nicht verbunden:

Formale Anforderungen
1

Die Projekte sollten flächenwirksam multiplizierbar sein und im Rahmen der Lehrerfortbildung einen breiten Adressatenkreis erschließen.

2

Generell sollten neu zu entwickelnde Fortbildungsangebote über bestehende Strukturen der bayerischen Lehrerfortbildung angeboten werden können.

3

Die ALP nutzt für ihre asynchronen Online-Fortbildungsformate eine eigene zentrale Lernplattform. Neue Fortbildungsangebote müssen technisch so konzipiert sein, dass sie dort angeboten werden können.

4

Es sollten Werkzeuge genutzt werden, die von staatlicher Seite bereitgestellt werden bzw. mit diesen kompatibel sind, insbesondere im Rahmen der BayernCloud Schule.

5

Die Vorhaben müssen produktneutral sein.

6

Sie sollen auf bestehenden Grundlagen-Dokumenten und Konzepten in Bayern basieren, z. B. Bayerisches Qualitätstableau bzw. K+5-Modell für guten Unterricht in der digitalen Welt.

Sonstige (schul)rechtliche Rahmenbedingungen in Bayern, z. B. das Erfordernis einer schulaufsichtlichen Genehmigung für Erhebungen und Studien an Schulen gemäß § 24 Bayerische Schulordnung, sind zu beachten, ebenso die Passung zu Struktur und Zielsetzungen des bayerischen Bildungswesens.

Fachliche Schwerpunkte

Das Schwerpunktprogramm für die Lehrerfortbildung 2027 und 2028 bildet einen Orientierungsrahmen für die bayerische Lehrerfortbildung und beschreibt schulart- und fächerübergreifend pädagogische bzw. fachliche Themen und Handlungsfelder, zu denen aktuell bevorzugt Fortbildungen angeboten werden. Es kann hier (StMUK-Schwerpunktprogramm 2027–2028, PDF) eingesehen werden.

Aus den in den Förderaufrufen zu den Modulen C, D und E genannten Fragestellungen erscheinen für die ALP insb. folgende Themen von Interesse (die Aufzählung ist nicht abschließend):

Modul CKompetenzcluster Digitale Souveränität7 Fragestellungen▾
  • Wie verändern sich digitale Souveränität sowie ihre personalen, fachlichen und sozialen Facetten unter den Bedingungen einer dynamischen digitalen Transformation und zunehmender KI-Nutzung? Welche überdauernden metakognitiven und epistemischen Fähigkeiten können Personen darin unterstützen, mit einem stetigen Technologiewandel umzugehen?
  • Wie können Lehrkräfte digitale Resilienz, professionelle Urteilskompetenz, Selbstregulation und informationelle Selbstbestimmung im Umgang mit digitalen Technologien entwickeln? Welche Rolle spielen hierbei psychologische Faktoren wie Selbstwirksamkeitserwartungen und Technologie-Akzeptanz?
  • Welche Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten benötigen Lehrkräfte, um Schülerinnen und Schüler zu digitaler Souveränität wirksam zu befähigen?
  • Welche Aus-, Fort- und Weiterbildungsformate fördern digitale Souveränität und eine entsprechende Haltung von Lehrkräften nachweislich nachhaltig?
  • Welche Faktoren beeinflussen die erfolgreiche Implementation digitaler Innovationen und Fortbildungsmaßnahmen zur Förderung digitaler Souveränität auf Ebene von Schulen bzw. Schulsystemen und wie lassen sich Transferhürden überwinden?
  • Welche Kompetenzen benötigen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler, um Problemlagen wie Desinformation, algorithmische Manipulation, Deepfakes und digitale Einflussnahmen zu erkennen und ihnen resilient zu begegnen?
  • Wie können Präventionskonzepte zu Cybermobbing, Hatespeech, Cybergrooming, Digital Wellbeing und Datenschutz nachhaltig in Schule und Unterricht integriert werden?
Modul DKompetenzcluster Digital Leadership5 Fragestellungen▾
  • Wie verändert die digitale Transformation die Rolle, das Führungsverständnis und die Aufgaben von Schulleitungen/Schulleitungsteams sowie von Lehrkräften, die sich mit digitaler Schulentwicklung befassen, und welche Interventionsmaßnahmen lassen sich daraus ableiten?
  • Welche Aus-, Fort-, Weiterbildungs- und Unterstützungsformate fördern Digital Leadership bzw. die Professionalisierung von Schulleitungen/Schulleitungsteams nachhaltig und wie können sie evidenzbasiert gestaltet werden?
  • Wie können Schulleitungen/Schulleitungsteams bei der Entwicklung von Datenkompetenz, KI-Kompetenz, Veränderungsmanagement sowie digitaler Kommunikations- und Führungskompetenz wirksam unterstützt werden, um digitale Transformations- und Schulentwicklungsprozesse nachhaltig und datengestützt zu gestalten und zu steuern?
  • Wie können Belastungen, Unsicherheit und steigende Anforderungen an Schulleitungen/Schulleitungsteams im digitalen Wandel durch geeignete Leadership-Konzepte reduziert werden? Wie kann die Selbstwirksamkeit von Schulleitungen/Schulleitungsteams gestärkt und Haltungen/Beliefs reflektiert/bewusst gemacht werden, um sich in der Führungsrolle zu professionalisieren oder Leadership zu verbessern?
  • Welche Indikatoren eignen sich zur Identifizierung erfolgreicher digitaler Schulentwicklung und nachhaltiger Transformationsprozesse?
Modul EKompetenzcluster Berufliche Bildung5 Fragestellungen▾
  • Wie verändern sich Berufsbilder, Qualifikationsprofile und Curricula unter den Bedingungen einer zunehmend digitalisierten und KI-geprägten Arbeitswelt und wie können diese Veränderungen frühzeitig identifiziert und in der beruflichen Bildung aufgegriffen werden?
  • Welche digitalen, berufsdidaktischen und KI-bezogenen Kompetenzen benötigen Berufsschullehrkräfte, um zunehmend digitalisierte Arbeits- und Geschäftsprozesse lernförderlich in den Unterricht zu integrieren?
  • Wie können berufliches Fachwissen, berufsdidaktisches Wissen und digitale Kompetenzen bzw. technologisches Wissen systematisch miteinander verbunden werden?
  • Welche Aus-, Fort- und Weiterbildungsformate fördern diese Kompetenzen und entsprechende Haltungen/Beliefs in einer Kultur der Digitalität nachhaltig und phasenübergreifend?
  • Wie steigern berufsnahe Lehr-Lern-Arrangements unter besonderer Berücksichtigung digitaler Kompetenzen die beruflichen Handlungskompetenzen von Berufsschülerinnen und -schülern?

Anfragen an die ALP

Interessierte Universitäten bzw. Lehrstühle werden gebeten, ein knappes Abstract des geplanten Vorhabens (max. 1–2 Seiten) an die ALP zu übermitteln. Das Abstract sollte insbesondere folgende Informationen enthalten:

Inhalte des Abstracts
  • Kurze Beschreibung des geplanten Projekts
  • Vorstellung zur geplanten Zusammenarbeit mit der ALP
  • Ansprechpartner/in an der Universität einschließlich Kontaktdaten

Wir vermitteln Sie gerne hausintern an die jeweils fachlich zuständigen Ansprechpartner, mit denen Sie ggf. in den weiteren fachlichen Dialog zu Ihrem Vorhaben eintreten können.

Abstract einreichen

Reichen Sie Ihr Abstract möglichst zum 11.12.2026 ein, damit wir eine mögliche Beteiligung an Ihrem Vorhaben prüfen können. Falls dies nicht möglich ist, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit den Ansprechpartnern an der ALP.

Kontakt

Für Rückfragen und zur Einreichung von Abstracts wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartner:

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB)

Das ISB ist eine weitere zentrale Bildungseinrichtung in Bayern, die sich primär der Entwicklung und Pflege des LehrplanPLUS sowie der Erstellung von Unterrichtsmaterialien und Handreichungen widmet, um Schulen bei ihren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen. Darüber hinaus befasst sich das ISB mit Fragen der Schulentwicklung und Schulqualität, fördert die digitale Transformation von Schulen und bearbeitet schulartübergreifende Themen sowie spezifische Herausforderungen einzelner Schularten. Durch seine Forschungsarbeit, Themenportale und Publikationen macht das ISB seine Erkenntnisse für Schulen und Lehrkräfte zugänglich und trägt damit zur evidenzgestützten Weiterentwicklung des bayerischen Schulsystems bei.

Das ISB stellt ebenfalls eine Informationsseite zur Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ bereit: