Beratungslehrkräfte

Beratungslehrkräfte sind bei Fragen zur Schullaufbahn, bei pädagogisch-psychologischen Fragestellungen, bei der Beratung von Schule und Lehrkräften und in der Zusammenarbeit mit anderen Beratungsdiensten kompetente und geschätzte Ansprechpartner, die Schülerinnen und Schüler, deren Erziehungsberechtigte, Lehrkräfte und Schulleitungen umfassend informieren, beraten und unterstützen.

Lehrkräfte erwerben die Qualifikation als Beratungslehrkraft durch Ablegen der Erweiterungsprüfung zur Ersten Lehramtsprüfung gemäß § 111 LPO I. Interessierten Lehrkräften stehen dafür mehrere Möglichkeiten offen:

  • Die Qualifikation kann zum einen im Rahmen eines Erweiterungsstudiums (grundständige oder nachträgliche Erweiterung) an einer Universität (Ludwig-Maximilians-Universität München, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, nur grundständig: Universität Augsburg) erworben werden.
  • Zum anderen werden an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen jedes Jahr Sequenzlehrgänge zur Weiterbildung zum Erwerb der Qualifikation als Beratungslehrkraft angeboten. Einige dieser Lehrgänge finden als sogenannte Regionalkurse an den Staatlichen Schulberatungsstellen statt. Die Zulassung für diese Weiterbildungs­ver­an­stal­tungen erfolgt durch das StMUK.

Lehrkräften aus dem Raum Bamberg, Eichstätt und München, die die Erste Staatsprüfung für die Qualifikation als Beratungslehrkraft ablegen wollen, wird empfohlen, sich an den entsprechenden Universitäten zu bewerben.

Für die zweijährige Weiterbildung an der ALP Dillingen (inkl. Regionalkurse) besteht folgende zeitliche und inhaltliche Konzeption:

Die Weiterbildung zur Beratungslehrkraft beginnt jährlich in der ersten Osterferienhalbwoche mit einer Einführungsveranstaltung, an der alle vom Staatsministerium zugelassenen Bewerberinnen und Bewerber teilnehmen.

Für eine erfolgreiche Teilnahme an der Weiterbildung sind die folgenden Elemente der Sequenzlehrgänge erfolgreich zu absolvieren:

  • drei virtuelle Bausteine, die online bearbeitet werden
  • sechs Präsenzlehrgänge
  • eine Fallarbeit (schriftliche Bearbeitung eines Beratungsfalles aus der eigenen Schulpraxis)

Bei den Regionalkursen werden vier der sechs Präsenzlehrgänge durch Studientage an der jeweils durchführenden Staatlichen Schulberatungsstelle ersetzt.

In der Weiterbildung zur Beratungslehrkraft werden für die Tätigkeit der Beratungslehrkräfte bedeutsame Kenntnisse aus der Psychologie und der Schulpädagogik sowie praxisrelevante Kompetenzen vermittelt. Dies umfasst insbesondere die folgenden Themen:

  • Das bayerische Schulsystem und das deutsche Schulwesen
  • Pädagogische und psychologische Grundlagen der Beratung
  • Für die Schulberatung relevante Konzepte und Methoden der Beratungspsychologie
  • Schulische Lern- und Leistungsschwierigkeiten
  • Kooperation mit anderen Beratungseinrichtungen

Die Zulassung zur abschließenden Ersten Staatsprüfung setzt die erfolgreiche Teilnahme an der gesamten zweijährigen Weiterbildungsmaßnahme voraus. Die Erste Staatsprüfung selbst besteht aus einer schriftlichen Prüfung, in der ein Beratungsfall aus der Praxis zu bearbeiten ist (Prüfungsdauer: 4 Stunden).

Für alle Schularten gilt:

  • Schulen können für die Weiterbildung zur Beratungslehrkraft nur berücksichtigt werden, wenn akuter Bedarf besteht, d.h. wenn sie entweder aktuell keine Beratungslehrkraft haben oder bereits jetzt absehbar ist, dass in naher Zukunft (ca. 2,5 Jahre) keine Beratungslehrkraft zur Verfügung stehen wird.
  • Aus Kapazitätsgründen kann grundsätzlich nur ein Bewerber je Schule zur Weiterbildung zugelassen werden.

Wegen der dienstlichen Relevanz der Weiterbildung zur Beratungslehrkraft ist das Bewerbungsverfahren bis auf Weiteres folgendermaßen geregelt:

  1. Bei Bewerbern aus staatlichen Grund-, Mittel- und Förderschulen
    sind die Bewerbungen mit dem Bewerbungsformular auf dem Dienstweg über die Regierungen an die Akademie zu richten.

  2. Bei Bewerbern aus staatlichen Realschulen
    sind die Bewerbungen mit dem Bewerbungsformular auf dem Dienstweg über die MB-Dienststelle an die Akademie zu richten.

  3. Bei Bewerbern aus staatlichen Gymnasien (einschließlich Bayernkolleg)
    schreiben die Schulleitungen die Weiterbildung zur Beratungslehrkraft schulintern aus und wählen die nach dienstrechtlichen Erwägungen geeignetste Lehrkraft aus. Anschließend sind die Bewerbungsunterlagen wie folgt einzureichen:

    • An das StMUK, Ref. IV.9: Das ausgefüllte Formular „Gymnasien – Zulassung zur Weiterbildung Beratungslehrkraft“ wird von der Schulleitung direkt an das Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Ref. IV.9, gesendet.

    • An die ALP: Das Formular „Bewerbung“ ist von allen Bewerbern der Schule auszufüllen. Alle Bewerbungsformulare werden von der von der Schulleitung direkt an die ALP gesendet.

      Für genauere Informationen zum Zulassungsverfahren und zur Funktionsvergabe am Gymnasium werden die Schulleitungen dringend um Beachtung des KMS IV.9–BP4156–3. 94167 vom 22.10.2019 gebeten.

  4. Bei Bewerbern aus staatlichen beruflichen Schulen
    schreiben die Schulleitungen die zu besetzenden Funktionsstellen in der Schule aus. Nach Eingang der Bewerbungen leiten sie einen Dreiervorschlag nach den Funktionsvergaberichtlinien mit Stellungnahme sowie die Bewerbungsformulare aller Bewerber unverzüglich, jedoch spätestens bis zum 15. Oktober an die Regierung bzw. die MB-Dienststelle weiter. Regierungen bzw. MB-Dienststellen leiten die Bewerbungsunterlagen kontinuierlich an das Staatsministerium, die Bewerbungsformulare aller Bewerber an die Akademie weiter.

  5. Bei Bewerbern aus kommunalen und privaten Schulen
    sind die Bewerbungen mit dem Bewerbungsformular auf dem dort üblichen Dienstweg an die Akademie zu richten. Außerdem sind Nachweise über das Vorliegen einer Lehramtsbefähigung der Bewerber zu erbringen.

Achtung: Sämtliche Bewerbungen müssen der Akademie bis spätestens 15. November, im Bereich der staatlichen Beruflichen Schulen bis 15. Oktober, des Vorjahres vorliegen. Meldungen die später eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden.

Jeder Bewerbung ist eine Stellungnahme der Dienstvorgesetzten beizufügen, die auf folgende Aspekte Bezug nimmt:

  1. Eignung für die Beratungslehrertätigkeit

  2. bereits erfolgte oder in nächster Zukunft geplante Einweisung in die Aufgaben der Beratungslehrkraft

  3. Befähigung des Bewerbers für ein Lehramt an öffentlichen Schulen

    Im Bereich der Gymnasien kann diese gesonderte Stellungnahme unterbleiben.

Mit der Bewerbung verpflichten sich die zugelassenen Teilnehmer, die Ausbildung im vollen Umfang zu durchlaufen und die Prüfung nach den Bestimmungen gemäß § 111 LPO I abzulegen.

Aus organisatorischen Gründen ist es erforderlich, dass auch für Bewerberinnen und Bewerber, die sich bereits in der Vergangenheit erfolglos beworben haben, bei erneuter Bewerbung das ausgefüllte Bewerbungsformular zusammen mit der gesonderten Stellungnahme der Schulleitung über den üblichen Dienstweg an die Akademie geleitet wird.

Bitte beachten:
Für zugelassene Bewerber der Qualifizierungssequenz 2020 – 2022 findet die verpflichtende Einführungshalbwoche vom 06. - 08. April 2020 statt.

Die Lehrgänge im Rahmen der Weiterbildung zur Beratungslehrkraft liegen im Zuständigkeitsbereich der Organisationseinheit „Schulberatung, Weiterbildung zur Beratungslehrkraft nach LPOI, Lese-Rechtschreib-Störung, Rechenstörung, Lerncoaching und Lernberatung“ der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung.

Kontakt:

StD Helmut Bach
Telefon: (0 90 71) 53-1 26
Fax: (0 90 71) 53-51 26
E-Mail: h.bach@alp.dillingen.de

Sekretariat :

Sabine Bötticher
Telefon: (0 90 71) 53-3 04
Fax: (0 90 71) 53-53 04
E-Mail: s.boetticher@alp.dillingen.de